Soviet SciFi - meine Begnung mit den Brüdern Strugatzki

4. März 2009 von shoggoth | Abgelegt unter Sci-Fi

Manchmal stolpert ja man einfach so in ein Buch hinein. So ging es mir mit dem Buch Die bewohnte Insel
der Brüder Strugatzki. Schon vor geraumer Zeit erzählte mir ein guter Freund davon, dass die SciFi aus der SovietUnion auch interessant sei - und wohlwissen, dass ich wahrscheinlich noch Jahre gebraucht hätte, mich daran zu machen, schenkte er es mir einfach zum Geburtstag. Und ich sage - DANKE!

Zuerst musste ich natürlich das Buch Accelerando von Charles Stross fertig bekommen, was mir aber in einigen Nachtschichten gelang und dann dachte ich - ach komm - was solls, lesen wir es mal, dick war es ja nicht (ich bin ja ein SpaceOpera-Anhänger und daher ist im Grunde jeder Roman aus einem Buch nicht wirklich dick; achja, wer sich fragt, wie und wann ich das mache - ich schaue eben fast gar nicht mehr fernsehen - bis auf ab und an Sport und Dokus, die aber aufgenommen werden und wenn ich aufgrund geistiger Auslaugung gar nicht anders kann).

Aber dann dachte ich eben - komm, schau mal wenigstens rein, da ich bei Büchern, die mir nicht gefallen, schnell aufhöre, weiter zu lesen. Und dann war ich fasziniert, weil es so anders war.

Natürlich sind auch Klassiker wie die orginale Dune I: Der Wüstenplanet Teil 1 von 2 oder etwa die Foundation Trilogie aufgrund Ihres Alters komplett anders als heute SciFi. Ich weiss noch, wie ich von der irgendwie an sexuelle Fixierungen heutiger Autoren erinnernde Nuklearfixierung von Asimovs entgeistert wurde..Atompistolen, Atomantrieb, Atom…boah. Aber gut - in den fünfzigern war das eben durchaus vertretbare Projektion der Gegenwart…

Abgeschweift? Na und!

Also fange ich mit Die bewohnte Insel an und bin schnell gefangen. Interessant für mich, dass überhaupt keine wirklichen technischen Erklärungen für Raumfahrt und Kommunikationsmittel gegeben wurden und ich weiter lesen konnte, weil die Geschichte interessant genug aufgebaut war. Außerdem war es auch erfrischend, nicht mehr die seit spätstens Frank Herbert beliebten Wechselspiele von handelnden Personen pro Kapitel durchmachen zu müssen, sondern wirklich einer Person zu folgen.

Ich will ja nie zu viel erzählen, um nicht das Lesen des Buches zu vermiesen - aber der Plot ist eigentlich einfach. Ein Astronaut, der fremde Welten als “Sucher” erkunden soll, hat eine Bruchlandung auf einem Planeten und versucht, über Kontaktaufnahme mit der dort wohnhaften Spezies eine Rückfahrschein zu bekommen.

Ich hatte mir auch bei den ersten Gesprächen vorgestellt, dass ein SciFi-Roman aus der Soviet Zeit irgendwelche der KPdSU genehme Vorstellungen transportieren müsse. Aber ich glaube, dass die Brüder Strugatzki dies mit ihrem Plot geschickt umgegangen haben und sozusagen alle Seiten befriedigen konnten.

In Zukunft gibts vielleicht getrennt voneinander Buchvorstellungen und Rezensionen - ich persönlich hasse nichts so sehr wie die vollstänige Darstellung einer Geschichte, wenn ich nach einem Buch suche oder einfach über SciFi recherchieren will…hmmm…naja - kommt eben auch noch irgendwann.

Auf jeden Fall VIELEN DANK an M. und J. für das tolle Buch!

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