Wie die subjektive Wahrnehmung Diskriminierung schaffen kann - oder er mochte einfach meinen Pulli nicht
Ja, es gibt Diskrimierung, das muss man sicherlich nicht diskutieren. Und über die Ausmaße, dadurch erlittene Benachteiligungen und zugefügten, persönlichen Wunden kann man endlos diskutieren. Aber es gibt eben auch die andere Seite - etwas, was ich eben die Verzerrung der Wirklichkeit nennen wollte. Und es ist überhaupt nicht einfach, das zu erkennen…
Nehmen wir am Besten ein Beispiel, das nicht auf mich zutrifft…hmm…also eine Frau…nehmen wir nun an diese Frau, wäre mehrmals und für sie unvergesslich und erheblich diskriminiert worden. Meine These lautet nun, dass diese Frau in ihrem Leben Situationen erfährt, bei denen sie sich diskriminiert fühlt, weil die Symptome bzw. das Verhalten der anderen für sie genau darauf deutet - dabei mögen die ihren Pulli einfach nicht und behandeln sie deshalb asozial (wobei das natürlich auch diskriminierend ist, aber eben nicht, weil sie ein Frau ist…hmmm.).
Ein Beispiel ist doch nicht so einfach. Was ich zum Ausdruck zu bringen versuche, ist dass die Person, die Diskriminierung erfahren hat und erfährt bzw. so oft und intensiv erfahren hat, dass es sich bei ihr eingebrannt hat - diese Person nun, kann Situationen falsch interpretieren und als weitere Diskriminierung deuten, obwohl es ggf. einfach nur alltägliche Unhöflichkeit ist.
Dabei ist das Problem hierbei, dass sich subjektiv die Menge der erfahrenen Diskriminierungen erhöht und dies als objektiver Fakt kommuniziert wird - während eben zig Fälle einfach “nur” grießgrämige Mitmenschen waren, die auch andere Menschen genauso behandelt. Das nimmt dann entsprechend zu und kann zum Selbstläufer werden.
Ein gutes Beispiel für solche Selbstläufer, die in einer “ich-werde-diskriminiert-Falle” stecken findet man in den USA z.B. unter den Afroamerikanern, wo solch ein Selbstläufer dann auch in einer Diskussion über Albinos rassistische Motive gegenüber Schwarzen entdeckt. Auch Alice Schwarzer war in den 80ern teilweise in dieser Schleife gefangen und hat überall sexistische Motive gesehen, wo sie aber nicht immer zu finden waren.
Es ist eben gar nicht einfach, das genau zu analysieren - für sich selbst. Und es ist ein Muster, dass sich im Hirn manifestieren kann, so dass man gar nichts mehr dagegen unternehmen kann - außer zu reflektieren.
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