Obama - jetzt wirds ernst
Nun ist es also so weit - am 20.01.2009 wurde Barack Hussein Obama II zum 44ten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Abgesehen von dem langsam nervenden Medienrummel in Deutschland um einen Präsidenten eines anderen Landes bei eher grießgrämiger Haltung gegenüber allen eigenen Politikern, also Zeit, sich mit dem neuen Präsidenten der USA und der USA selber und auseinander zu setzen. Wollen Sie das wirklich ->
Obama - was eine Person “transportieren” kann
Eigentlich sollte es ja nun jedem klar sein - Barack Obama ist der erste nicht weiße Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Und das eben in einem Land, das bis vor 50 Jahren die meisten nicht weißen Bürger noch nicht mal hat wählen lassen, geschweige denn sich selbst für politische Funktionen aufstellen lassen.
Dass Obamas Vereidigung (Präsidenten werden in den USA immer am 20.01. in das Amt eingeführt) dieses Jahr einen Tag nach dem Feiertag zum Gedenken an Martin Luther King fällt, ist ein nicht planbarer aber umso eindrucksvollerer Zufall. Markiert doch Obamas Wahl einen ungeheuer wichtigen Schritt bzgl. Martin Luther Kings Traum eines gleichberechtigten Miteinanders der Menschen im Amerika - dies in der berühmt gewordenen “I have a dream”-Rede nachzulesen.
Gleichzeitig ist Barack Hussein Obama ein zumindest namentlich beruhigendes Zeichen dafür, dass nicht alles, war arabisch oder islamisch klingt, in den USA per se keine Chance hat, sich Gehör zu verschaffen. Natürlich ist Obama Christ und kein Moslem, dennoch dürfte er auch die islamische Gemeinde in den USA auf bessere Zeiten für sich hoffen lassen.
Bei all den Hoffnungen, die auch außerhalb der USA auf Obama projeziert werden, übersehen viele anscheinend die mehr als problematische Lage, in der Obama der 44te Präsident der USA wird:
Schulden, Schulden, Schulden - und nochmal - SCHULDEN
Die USA haben unter Bush dem Jüngeren eine Rekordverschuldung erreicht und noch dazu die Ausgaben in exorbitante Höhen getrieben. Und das bei gleichzeitigem Abbau der ohnehin schon kaum vorhandenen sozialen Netze.
Zusätzlich zu den Schulden des Staates sind auch die Bürger in Massen und in für Europäer und Deutsche erst Recht unfassbar hohen Rahmen verschuldet.
Es bleibt daher abzuwarten, ob Ausgabenprogramme wie von Obama angekündigt in Kombination mit niedrigen Zinsen das Problem der Schulden nicht nur noch erweitern. Denn eigentlich müssten die USA jetzt anfangen zu sparen. Aber wie und wo?
Die Wirtschaft: Finanzwirtschaft, Verbraucher, Industrie und Handel liegen darnieder
Industrie und Handel kannten in den USA in den vergangenen 20 Jahren nur “größer”, “schlanker” und “profitabler” ließen dabei aber Entwicklungen und Ernerung zu oft außer Acht. Neben den Pleitiers aus Detroit betrifft das z.B. auch die Fluggesellschaften der USA, für die heute noch etliche Maschinen fliegen, die bspw. in Europa nur noch im Museum zu bewundern sind. Aber auch Handelsunternehmen wie Walmart, denen man sicherlich nicht Innovationsfeindlichkeit nachsagen kann, deren Größe aber erschreckend ist, haben die USA nachhaltig verändert. So gibt es kaum noch den früher typischen mittelständischen oder gar keinen Händler in den kleineren Städten und Orten der USA, sondern vor den Toren eben einen Riesen Walmart (K-Mart und wie sie alle heissen). Diese riesigen Einkaufshallen bieten zwar Arbeit, allerdings zu Löhnen, mit denen man keine Familie ernähren kann.
Die Finanzindustrie in den USA hat auch Schiffbruch erlitten und muss saniert werden und ohne sie abzuwürgen, nachhaltig kontrollierbar gemacht werden.
Außenpolitik
Die USA haben sich schon immer, unter George W. Bush aber in einem ungeahnten Maße wenig um die Meinung anderer Staaten geschert. Dies in Verbindung mit den offensichtlichen Lügen, die George W. Bush und insbesondere auch Tony Blair im Falle des Irak und dessen Massenvernichtungswaffen, verbreitet haben, minderten die Glaubwürdigkeit der USA weltweit und im arabisch/islamischen Raum insbesondere. Es wird daher eine der wichtigsten Aufgaben von Obama sein müssen, hier wieder Partner zu gewinnen und gemeinsam die Herausforderungen einer wirtschaftlich globalisierten Welt, deren Bürger aber bzgl. Rechten, Teilhabe an der Regierung und Bildung unterschiedlichere Chancen kaum haben könnten, zu meistern.
Innenpolitik
Es wird an Obama und seiner Administration sein, die Gefahren, die den USA drohen, abzuwenden, OHNE die Fundamente zu zerstören, um deretwillen man die USA schützen will. Guantanamo ist nur die Spitze des Eisberges, seit 2001 haben die USA etliche Gesetze erlassen, die die eigentlichen freiheitlichen Grundsätze der amerikanischen Verfassung untergraben haben.
Außerdem sind die sozialen Systeme oder das was Amerikaner dafür halten am Boden oder gar nicht mehr existent. Krankversicherung, Rente und eine Art Sozialversicherung sind seit Clintons Zeiten angekündigt bzw. deren Reformen, aber nun liegt es an Obama diese Altlasten anzugehen.
Man darf also auf die nächsten vier Jahre gespannt sein, was die USA, ihre Außen- und Innenpolitik, Sicherheitsfragen, ihre Kriege und ihre Verbündeten angeht.
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