Die Wirtschaftskrise, Teil 4 - der Mega-Strukturwandel
Mal im Ernst - das lese ich doch im Spiegel-Online die Schlagzeile:”EU-Kommissar Verheugen warnt vor Sterben großer Autobauer“. Verheugen und andere Politiker können also nicht davon ablassen, immer mehr Panik zu schüren…
Aber Moment mal. Gab es nicht das Sterben ehemals großer Industrien auch schon früher? Wurde da der Weltuntergang oder des Lebens wie wir es kennen beschrien? Nein! Es waren ja nur kohlebefleckte Kumpel in Pott/Saarland, ölverschmierte Schiffsbauer im Norden oder verschwitzte Stahlbauer. Nein, damals war einfach von einem Strukturwandel die Rede. Wenn das Ende der Kohle- und Stahlzeit ein Strukturwandel war….ach entscheiden Sie selbst, ob Sie…
Nun hat aber bisher kaum einer der Panikmedienmacher (oder MedienPanikMacher?) und deren befreundeten Panik-Politiker das Wort “Strukturwandel” in den Mund genommen, oder? Warum nur? Ist nicht schon lange ein nie dagewesener Strukturwandel seit Jahren, wenn nicht einem Jahrzehnt klar vor Augen?
Keine Krise - ein Sammelsurium von sich wandelnden Strukturen
Von den notwendigen (und zu meist noch völlig unbeachteten) Veränderungen in unserem Wirtschaftsleben wegen der digitalen Revolution, über die Herausforderungen an unser Bildungssystem wegen der zunehmenden Konkurrenz bisher als nicht konkurrenzfähig erachteter Länder bishin zu den großen Herausforderungen durch die (sehr wahrscheinliche) ökologische Katastrophe mit Themen wie Nachhaltigkeit und Verantwortung - wir stecken sozusagen in einem Mega-Strukturwandel.
Nimmt man noch die gesellschaftlichen Veränderungen hinzu - weg von der Hausfrau zur arbeitenden Mutter, weg vom selten gesehen Vater hin zur väterlichen Auszeit für die Kinder oder auch bzgl. des demografischen Wandels und dem damit einhergehenden, nicht diskutierten, aber notwendigen Wandel von der Stammesgesellschaft (”nur, wer deutsches Blut hat, ist deutsch”) zur Kulturgesellschaft (”wer deutsch denkt und handelt, ist deutsch”) - wir leben in so vielen Umbrüchen, dass die Einen wegen ihren Ängsten davor kapitulieren und die Anderen vor lauter Wandel die Herausforderungen für uns als Gesellschaft nicht mehr wahr nehmen.
Politiker - stets auf die nächste Wahl schielend - sind nicht in der Lage, den Strukturwandel ernsthaft zu begleiten
Und dieser Mega-Strukturwandel wird von unseren eigenen Politikern seit Jahren ignoriert bzw. werden immer nur die Rosinen heraus gepickt, die man für die Schlagzeile bei der Bild-Zeitung oder eben auch beim Spiegel braucht.
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