Das Resumee zur Wahl: SPD und CDU: Das kleinere Übel wählen

17. Januar 2009 von shoggoth | Abgelegt unter Deutschland

Tja - das Resumee dieser Wahlmöglichkeiten? Wählt die Grünen oder die FDP und löst damit die alten Volksparteien ab. Schlimmer wirds nimmer. Weder CDU noch SPD überzeugen vollständig mit den Inhalten, die Kandidaten sind beide mit sehr eigenen Problemen behaftet und die denkbaren Koalitionen sind auch klar, da zu erwarten ist, dass die Linken es nicht in den Landtag schaffen. Naja - besser wäre aber wohl noch…ach:

Die CDU hat vor allem mit Roland Kochs miserabler Akzeptanz beim Wähler aufgrund seiner Unberechenbarkeit und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust zu kämpfen, während Schäfer-Gümbel keiner abnimmt, dass Frau Ypsilanti nach der Wahl tatsächlich von den entscheidenden Ämtern zurücktritt.
Ohne dieses Manko, das einen irgendwie ja auch an Putin und Medwedjew (wie man den wohl schreibt) erinnert, könnte Ypsilanti doch auch einfach nach einer gewonnen Wahl mit Schäfer-Gümbel einen Platztausch durchführen - ohne dieses Manko also, hätte er wirklich etwas bewegen können.

Letztendlich entscheidet neben dem kleineren Übel wohl die entsprechend bedeutendere, pro Wähler individuelle Herausforderung:

Bildung:

Wer Kinder im Schulalter hat und nicht von Ideologiebrillen geblendet wird, müsste sich eigentlich für die SPD entscheiden, da diese im Gegensatz zur CDU die bundesrepublikanische Tradition von gleichen Bildungschancen für alle Bürger und deren Kinder verfolgt. Ob nun dabei G8 oder die von der SPD angedeutete, flexible Lösung das Ei des Kolumbus ist, wäre dabei egal. Wichtiger ist das Ziel, möglichst allen Kindern eine Bildung angedeihen zu lassen, die uns für die Zukunft rüstet - und das ist eben nicht mehr die Idee, möglichst 30% auf die Hauptschule abzuschieben und zu hoffen, dass die einen Job bei Opel finden.

Die Zementierung der Schulformen wie bisher, die offensichtlich allen Studien der letzten 3 Jahre zufolge diejenigen begünstigen, die ohnehin bessere Startchancen haben - sei es aufgrund Vermögens, hoch ausgebildeter Eltern, Beidem oder anderen Gründen wie dem Teilwohnort, scheinen Ziele der CDU/FDP zu sein und sind langfristig schädlich für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung - es sei denn, man möchte langfristig mit Mauern abgeschottete Wohngebiete für die wenigen Profiteure einer Gesellschaft wie in den USA.

Wirtschaft, insbesondere Flughafen

Hier müsste man wohl auf die CDU setzen, da der SPD in welcher Koalition auch immer zugetraut werden muss, für den möglichen Partner das eine oder andere Zugeständnis einzuräumen. Und gerade nach der Ypsilanti-Pleite sind z.B. die Grünen sicherlich nicht allzu entgegenkommend, sollte es neue Verhandlungen geben.
(Natürlich gibt es auch diejenigen, die keinen Ausbau des Flughafens wollen - weil sie direkt davon betroffen sind und in den Einflugs-/Abflugsschneisen wohnen oder weil sie ggf. einfach gegen weiteres Wachstum sind.
Ich bin eben der Meinung, dass der Flughafen für diese Region (Rhein-Main und auch Hessen insgesamt) eine immense, in Zahlen kaum darzustellende Bedeutung hat und Hessen ein ganz anderes Verständnis für das Wort Krise bekommen würde, wenn der Flughafen nicht den Forderungen der wichtigsten Airlines angepasst wird.)

Infrastruktur

Witzig, dass es hier kaum nennswerte Unterscheidungen gibt und beide Volksparteien begriffen haben, dass der Ausbau von Breitband auch auf dem Land zukünftig wichtig sein könnte. Allerdings drückt sich die SPD bei Vorhaben  wie Straßenbau und Kassel-Calden in Nordhessen vorsichtiger aus als die CDU.
Und wer glaubt, dass wir bald auf Landstraßen fahren würden, die nicht jeden Autofahrer von einer adaptiven Luftfederung träumen lassen müssen - träumt!

Fazit - eine große Koalition? Schäfer-Gümbel zähmt Koch, Ypsilanti tritt zurück, weil sie Koch nicht ertragen kann? Vielleicht wäre das ja wirklich der beste, denkbare Ausgang für Hessen und die Hessen - oder doch eine FDP-Grüne-Koalition - das wäre zumindest eine lustige Sache :-)

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