Bloggen - sowas komisches aber auch

15. Januar 2009 von shoggoth | Abgelegt unter Allgemeines

OK - eigentlich wollte ich ja nicht über das Bloggen bloggen oder über die Arbeit. Aber einige Eindrücke der letzten Tage bei diesem Mischmasch aus Selbstversuch, Netztagebuch und Profilneurose muss ich zumindest für mich fest halten.

Das Bloggen an sich

Das Bloggen ist doch anstrengender und fordernder als ich dachte - es ist so schnell ein Kommentar in einem anderen Blog geschrieben, so schnell ein Artikel in einem anderen Blog oder in einer Zeitung ob der inhaltlichen oder formalen Fehler verrissen - aber selber schreiben - ein Horror am Anfang und dann eine merkwürdige Entwicklung

Da ist zum Einen der Anfang. Sehr mühselig. Wenn man gescheit ist beim Bloggen - also es nicht wie ich angeht - dann wählt man sich zumindest in Deutschland die Themenumfelder Internet, Technik. Marketing und/oder Einkaufen. Da muss man erstens nicht viel schreiben, sondern kann nur anreissen und verlinken und man kann wunderbar auf tausend andere verweisen.

Wenn man aber meint, altklug, besserwisserisch und gar aufklärend schreiben zu müssen - am Besten noch über Themen wie Politik oder grundsätzliche Begriffsklärungen - dann ist es ein hartes Feld. Man hat nämlich im Gegensatz zum Journalisten oder dem Berufsblogger nicht die Zeit, Stunden für die Recherche oder Ausarbeitung eines Textes aufzuwenden - höchstens 1-2h am Tag kann man aufbringen - und das auch nur auf Kosten des Schlafes.

Die Eigenheit von Texten sich selbst zu entwickeln

Wie oft habe ich in Romanen oder eigentlich eher in Biografien/Bibliografien gelesen, dass der Autor schreibt, sein Text habe sich selber weiter entwickelt, die Idee des zu Schreibenden sich selbst fortgepflanzt und er, der Autor, fast willenlos nur geschrieben. Ich habe immer gedacht: Die haben sie nicht mehr alle, diese Autoren.

Ich vergleich mich hier natürlich nicht mit einem erfolgreichen Autor - aber mir ist aufgefallen, dass ein Text tatsächlich aus der Hand gleiten kann. Ich würde es eher als ein Problem der zeitlich begrenzten, aber immanenten Reflektion des gerade Geschrieben bei gleichzeitiger, anscheind davon losgelöster Fortführung des eigentlichen Gedankens nennen.

Irgendwie kollidieren dann aber Reflektion und Fortführung miteinander - und der Text entwickelt ein Eigenleben, führt den Autor, eher als das der Autor den Text führt. Bei einem Buch ist das sicherlich eine schöne und spannende Sache, kann man doch so entstehende Elemente ggf. später oder anders verwenden - und man hat ja Zeit.

Bei einem Blogartikel führt das aber zu einer wirren Aneinanderreihung von Gedanken und Ausführungen, die sich einem selber keine zwei Tage danach mehr erschließen. Schlimmer noch - versucht man dann mittels Cut&Paste die Dinge nochmal zu ordnen, stiftet aber nur noch mehr Verwirrung im Text. Und wenn man dann wie ich spät oder nur mit kurzer Zeit am Wochenende schreibt, ist das Ergebnis eher unbefriedigend.

Die Technik

Jeder, mit dem ich bisher darüber zu sprechen gewagt habe, nutzt WordPress und schwört wie cool es ist. Wie einfach die Handhabung, wie hilfreich die PlugIns (zusätzliche Module) und Theme-Auswahl (Design-Vorlagen).

Ich habe es als mühsam empfunden - nicht so sehr, weil ich mich damit länger als 10min beschäftigen musste, ich habe ja Freunde und Partner, die das können. Aber weil ich mehr als 10min suchen musste, was denn nun und wo und wie…und ich hasse langsam nichts so sehr wie die Suche nach etwas…im Internet, im Kaufhaus oder sonstwo. Ich will nicht mehr suchen, aber das scheint eher ein Systemfehler bei mir zu sein.

Bloggen - das bleibt für mich vorerst ein Experiment, dessen Ausgang ich nicht abzuschätzen wage.

tag_iconTags: |

Sie können alle Meinungen auf diesen Artikel auch per RSS 2.0 RSS verfolgen. Keine Kommentare/Meinungen (mehr) zugelassen, Pings ebenfalls nicht..

2 Kommentare zu “Bloggen - sowas komisches aber auch”.

  1. Casa :

    Wenn dir das Bloggen mit Wordpress zu aufwendig ist, benutze doch einen Blog-Client. Es gibt viele, auch kostenlose. Angefangen bei Scribefire, bis hin zum M$ Livewrtiter. Ich tippe meine Beiträge meist in einem einfachen Text-Editor. Danach korrekturlesen, Rechtschreibkontrolle und kopieren in Wordpress, OHNE verwenung des WYSIWYG Editors, denn der nervt nur weil er meint er wisse alles besser ;)

    Damit wird es bestimmt auch für dich erträglicher.

    Wordpress ist, im Vergleich zu den Mitkonkurrenten, einfach durchdachter und flexibler.

    (Diese Kommentar war einfach zu schreiben! :o))

  2. Danke. Werde mir dann nach dem WE mal den M$ Livewriter anschauen…Willkommen, übrigens :-)