Bob Marley und seine Bedeutung über die Musik hinaus

13. Januar 2009 von shoggoth | Abgelegt unter Musik

Ja, Bob - ja, Bob Marley, dieser langhaarige, stets kiffende und somit mehr als subversiv erscheinende Typ aus Jamaica. Über den will ich mal was klarstellen.

Bob Marley hat mehr als gute Reggae Musik gemacht - er hat diese Musik mit Texten verbunden, deren Inhalt sich den wenigsten aus sprachlichen Gründen erschlossen zu haben scheint. Diese Texte waren zumindest der Grundstein für seinen Erfolg an bei der dunkelhäutigen Bevölkerung überall auf der Welt - ob Jamaika, Nigeria, Zaire oder eben in europäischen Ländern. Dabei hat er eine perfekte Synthese aus wenig Text und eine hohe Bedeutsamkeit in dem wenigen Text gefunden.

Natürlich war er ein Rastafari - und er hat dieser Bewegung erst die weltweite Bekanntheit verschafft. Und aus meiner bescheidenen Sicht ist der Rastafari an sich ein wenig geblendet oder tatsächlich vom Nebel seiner heiligen Pflanze, dem Canabis, in die Iree geführt worden - aber das auszuarbeiten, ist jetzt und heute nicht das Ziel.

Also - zurück zu den Texten.

Da gibt es für die Afroamerikaner also dieses eigene Lied, aber natürlich auch für alle anderen dunkelhäutigen Menschen auf dem amerikanschen Kontinent, das gleichzeitig eines der berühmtestens Lieder von Bob ist.

Dabei zeigt sich gleich wieder das Übel des Versuches einer Übersetzung ohne Erläuterungen und Interpretationen - diese stelle ich dann aber nach dem Übersetzungsversuch ein…denke ich.

Buffalo Soldier - Büffel Soldat

Buffalo Soldier, Dreadlock Rasta:
There was a Buffalo Soldier in the heart of America, [Da war ein Büffelsoldat im Herzen Amerikas]
Stolen from Africa, brought to America, [gestohlen aus Afrika, nach Amerika gebracht]
Fighting on arrival, fighting for survival. [bei Ankunft kämpfend, kämpfend um zu überleben]

I mean it, when I analyze the stench - [Im Ernst, wenn ich den Gestank untersuche]
To me it makes a lot of sense: [ergibt es für mich einen klaren Sinn]
How the Dreadlock Rasta was the Buffalo Soldier, [wie der Dreadlock (=Haarform der Rasta) Rasta zum Büffelsoldaten werden konnte]
And he was taken from Africa, brought to America, [Und er wurde von Afrika genommen, nach Amerika gebacht]
Fighting on arrival, fighting for survival. [bei Ankunft kämpfend, kämpfend um zu überleben (hier ist mM nach nicht mehr "Arrival" sondern "a rifle" gesagt worden, aber alle auffindbaren Quellen im Internet behaupten Anderes; Mehrheitsbeschluss also)]

Said he was a Buffalo Soldier, Dreadlock Rasta -
Buffalo Soldier in the heart of America.

If you know your history, [Würdest Du Deine Geschichte kennen]
Then you would know where you coming from, [dann wüsstest Du, woher Du kommst]
Then you wouldn’t have to ask me, [dann müsstest Du mich nicht fragen, was ich glaube, wer ich sei]
Who the ‘eck do I think I am.

Dieser Text hätte Malcolm-X sicher viel Spass bereitet. :-)

Und das ist die eigentliche Qualität Bob Marleys gewesen - “befreiende Texte” und belehrende Texte für seine Zielgruppe. Ein perfektes Beispiel dafür ist der Redemption Sond (sound of freedom), auf den ich aber nun aus Zeitgründen nicht mehr eingehen kann.


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