Fernsehgewohnheiten - CSI Krams und Wiederholungen

6. Januar 2009 von shoggoth | Abgelegt unter Medien

Vor Jahren schaute ich gerne diese CSI-Dinger (Miami und das ohne Stadtname im Titel in LV)…
Heute abend setzte ich mich zu meinem Besuch im Wohnzimmer. Da es meine Schwester war, lief der TV.
Sie ärgerte sich, dass CSI Miami wieder von vorne anfängt.
Das hat mich gleich an mehrere Dinger erinnert.
OK - zu CSI (Miami)
Vor einigen Wochen haben wir schon mal so zusammen gesessen und es geschaut. Ich konnte nicht fassen, wie platt mir das erschien bis ich gemerkt habe, dass sie es auch so sieht. Dieser Schauspieler des Charakters “Horatio” scheint irgendwie zu denken, er müsse im wahrsten Sinne des Wortes nur noch posen und nicht schauspielern.
Zu Beginn einer Folge z.B. scheint es Usus zu sein, dass er bei irgend einer absurd azusammengewürfelten Beziehung zu einem Fast-Opfer (es muss ja noch leben und der CSI hat ja sonst mit Leichen zu tun), etwas verspricht. Der Dialog geht dann in etwa so:
Fast-Opfer: “Horatio, bitte lass mich nicht [sterben/allein/usw]”
Horatio: “Das verspreche ich!”
Dabei setzt er den immerselben Blick auf - an sich wirklich auch eine Kunst. Die Brille ist in seiner Hand.
OK - ich kürze ab: Am Ende dann, stirbt das Fast-Opfer doch (und wir so zum Opfer, das aber nicht bei CSI obduziert werden muss) oder es kommt nur mit einer Verletzung weg. Horatio kniet dann vor dem Opfer oder in der Leere, hält seine Brille lässig schräg nach unten oder kaut darauf und scheint im Innern Rache zu schwören.
Der Mann muss so viele Dinge und Personen rächen, dass das alleine eine neue Serie wert wäre: CSI - Horatios Revenge. Naja - auf jeden Fall ist es wirklich absurd.
Insofern freue ich mich schon, wenn meine Schwester mich an einem Di abend besucht :)

Die CSI Replikation:
OK - da hat also eine Serie Erfolg. CSI hiess die und spielte wohl in Las Vegas…nun ist es eben mittlerweile eben so wie bei allen Massenwaren - läuft ein Produkt, muss man unbedingt noch ein paar Ableger spinnen.
Bei manchen Produkten macht es Sinn und bringt auch wirklich einen Nutzen - etwa wie aus der Nivea-Dose ein ganzes Sortiment von Körperpflegeprodukten gesponnen wurde. Das passt, macht Sinn und einige sind auch noch wirklich gut.
Aber - bei einer Serie? In den USA dachte man offensichtlich in den 90ern/2000ern: “Yes, baby”
Und so kreierte man also CSI Miami - selbe Handlungsinhalte, aber anderes Setting (eben Miami) und andere Charaktere. Dann kam wohl CSI NY. Und wenn die Zuschauer nicht selber obduktionsfähig geworden wären, wären sicherlich noch folgende gekommen, die tatsächlich Brüllerpotential gehabt hätten:
CSI Compton
CSI Hawaii
CSI Airport und CSI Foreign Affairs (also Ausland)

Na - und dann diese Wiederholungen.
Das TV scheint eine einzige Wiederholungstat zu werden. Für eine Werbeunterbrechung mehr, werden die Abschnitte am Ende vor einer Werbung, nach derselben erst mal wiederholt. So wird der Film künstlich verlängert und man kommt in den Genuss noch einen weiteren Werbeblock fahren zu können.
Und das obwohl immer mehr Menschen auf Festplatten aufnehmen können….aber gut.

Dann werden dieselben Serien wiederholt. Und es scheint das Gesetz zu gelten, dass man Gutes zu unmöglichen Zeiten und Schlechter zu besten Zeiten wiederholt.
Oder hat irgendein arbeitender Mensch in den letzten (gefühlten) 10 Jahren die Cosby-Show nochmal gesehen? Frazier (ach, das kam eh immer nur spät)? Cheers? Von mir auch aus Seinfeld…
Und vor allem: MAD about you!
OK - einige oder alle sind vielleicht heute auch nicht mehr erträglich, aber ich wäre bereit es zu versuchen…

Naja - soviel von Jemanden, der höchstens noch Nachrichten im TV sieht…und Sport. Wahrscheinlich so wie wenn sich einer, der das AOL für das Internet hält über das Internet beschwert - aber ich kann wenigstens einfach bloggen.

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