Die Wirtschaftskrise, Teil 1 - Wie alles anfing
Genau das ist die These: Eigentlich hatten wir keine Wirtschaftskrise, sondern nur eine Krise von unverhältnismäßig profitorientierten, staatlich absichtlich nicht kontrollierten Investmentbanken, Banken und Wirtschaftsprüfern. Und dann kam noch eine “Krise” der US-Autombilwirtschaft hinzu, die aber eigentlich keine Krise ist, sondern ein seit Jahrzehnten schleichender Prozess (oder können Sie sich an ein Jahrzehnt erinnern, in dem GM, Ford und Chrysler mehr als 5 Jahre schwarze Zahlen geschrieben haben; ich nicht!).
Aber fangen wir von vorne an, ist ja auch Teil 1 - auch um ggf. von mir falsch verstandene Punkte offensichtlich zu machen; gerne dürfen Sie mich korrigieren und mir so die Mühe weiterer Teile ersparen:
Die Bankenkrise:
Die heute als allgemeine und weltweit benannte Wirtschaftskrise begann mit der sogenannten “Sub Prime Krise” - “Sub Prime” umschreibt dabei den Handel mit gebündelten Immobilien Krediten zwischen Banken, Investmenthäusern, Hedge-Fonds und anderen institutionellen Anlegern. Prime (engl.) leitet sich dabei wie das in Deutschland gerne verwandte Premium von primus (die Lateiner werden es noch wissen) ab - der Erste. Prime sind eigentlich also sehr gute Produkte. “Sub” bedeutet nun eigentlich “unter” bzw. “weniger”…so kann man also den Begriff “SubPrime” mit “unter dem Ersten” bzw. heutzutage wahrscheinlich besser verständlich mit “weniger als Premium” übersetzen.
Und das ist nun wirklich die grandioseste Untertreibung der Finanzgeschichte in den letzten 20 Jahren. Etwa so, als ob man im Jahr 2008 ein absolut insolventes Unternehmen mit “weniger zahlungskräftig als Porsche” umschreibt. (Hut ab vor Herrn Wiedeking, der aus dem 1993 maroden Unternehmen Porsche das heute bestverdienenste Unternehmen der Automobilwirtschaft gemacht hat! Aber zu Herrn Wunderbar WerteschaffendKing, äh Wendelin Wiedeking, ein andermal mehr)
Eigentlich aber begann alles mit den Möglichkeiten, die die volkswirtschaftliche Lage der USA über ein Jahrzehnt bot:
- niedrige Leitzinsen (aus anderen Gründen, aber eben dem gemeinen Kreditnehmer durchaus verlockend)
- immerwährend steigende Immobilienpreise im ganzen Land
- einem allgemeinen und ebenfalls lang anhaltenden Konsumrausch (selbst für Amerikaner)
- einer immer höheren Staatsverschuldung der USA, hauptsächlich gedeckt durch China und arabische Länder
Dann kam jemand auf die Idee, amerikanischen Kreditnehmern, ein neues Produkt anzubieten: Bisher vorhandene Kredite mit einem neuen zu bezahlen, der dann zu den niedrigen Zinsen zu bedienen wäre. Allerdings nur einen gewissen Zeitraum lang und dann gekoppelt an die allgemeine Zinsentwicklung. Der Berater oder Kreditvermittler konnte ja einfach auf die niedrigen Zinsen bzw. die Kreditnehmer freundliche Entwicklung der Leitzinsen der letzten 10 Jahre verweisen.
Erwähnenswert ist bei der ganzen Betrachtung noch der in Deutschland nicht vorhandene Beruf eines selbständigen Kreditvermittlers, der von den Provisionen lebt, die er auf “verkaufte” Kredite von den Kreditgebern bekommt. Einfach wunderbar wie sich hier eine Schlange bildet, die sich letzendlich selbst in den Schwanz beissen muss…
Ergo: Viele Kreditnehmer schuldeten auf die neuen Kredit-Produkte mit einem zukünftig unbekannten, aber allgemein für niedriger gehaltenen Zinsatz um. Viele neue Kredite wurden zu diesen Konditionen ebenfalls abgeschlossen.
Aber auch damit nicht genug. Nun kam Jemand auf die Idee, dass man Kredite bündeln, diese Bündel dann mit anderen Produkten abermals bündeln und so ein Paket schnüren könnte, dass man wunderbar an andere institutionelle Anleger (also Banken, Investmentbanken, Hedgefonds usw.) absetzen könne.
Vereinfacht gesagt: Die Mustermann Bank hat (nicht nur) mit den weiter oben beschriebenen Praktiken und Argumenten 1.000.000 Kreditnehmer in Ihrem Haus. Davon sind aber Ihre eigenen Einschätzung nach 50.000 eher riskant anzusehen, sollten die Leitzinsen steigen, da abzusehen ist, dass diese Kreditnehmer die dann folgenden Konditionen, sprich Zinsen, nicht mehr bedienen können (man weiss also durchaus um das Risiko). Diese 50.000 Kredite bündelt Sie gemeinsam mit anderen, weniger riskanten Krediten und weiteren attraktiveren Produkten zusammen und bietet diese zum Verkauf an institutionelle Anleger an. Und das ist nun wirklich grob vereinfacht dargestellt!
Aber moment. Jemand hatte diese Idee. Auf der anderen Seite hatte ein anderer Jemand die Idee, zur Sicherheit und zur Vemeidung von Ärger beim Ankauf solcher Produkte, diese in eine eigene Gesellschaft auszugründen - dieSpecial Purpose Vehicle (SPV), bzw. auf deutsch Zweckgesellschaft.
Diese Zweckgesellschaft bündelt dann also für die Mustefrau Bank die risikoreichen Beteiligungen, übrigensCollateralized Debt Obligation” (CDO) genannt, die die Musterfrau Bank bei der Mustermann Bank erworben hat.
(Die Erklärungen zu den Produkten entnehmen Sie bitte der Verlinkung mit der WikiPedia oder sprechen Sie Ihren Bankberater an)
Das ist also der Beginn allen Übels gewesen. Letzendlich eine reine finanzwirtschaftliche Posse, getrieben aus dem durchaus legitimen Profitstreben eines jeden Handelnden, in Summe aber zu dem Bankrott des angelsächsischen “Eyery thing goes” Systems führend.
Dass auch einige deutsche Banken betroffen waren und sind - und vor allem gerade von Politikern überwachte Banken wie die LBBW, Bayernbank, IKB und damit der KfW - nun ja, dazu eben mehr in den anderen Teilen.
Und zu den Jahrzentelangen Pleitiers in Detroit dann auch noch mehr.
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